Theaterpädagogik und politische Bildung, die bewegt.

Interaktiv, kritisch und erfahrbar. Workshops, Seminare und Projekte für Gruppen, die Themen praktisch erleben und gemeinsam in Bewegung bringen wollen.

Adina Krauß · DunkelBunt

Aktuelles

Gruppenfoto: sechs Menschen stehen lächelnd Arm in Arm auf einem Platz in der Stadt

HeimatsSpuren: Heimat, Zugehörigkeit, Erinnerung

Was bedeutet Heimat? Ein Ort, ein Gefühl oder die Erinnerung an Menschen und Erlebnisse, die uns geprägt haben? In „HeimatsSpuren“ erzählen Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung ihre eigenen Geschichten. Im Oktober ist das Projekt zweimal in Kaiserslautern zu erleben.

Fr, 9. Oktober 2026 · 18 Uhr
Jugendzentrum (JUZ)
Steinstraße 47, Kaiserslautern
Eintritt frei
Fr, 23. Oktober 2026 · 22 Uhr
Pfalztheater Kaiserslautern
„Spätschicht Vol. 67 – persönlich: HeimatsSpuren“
Willy-Brandt-Platz 4–5 · 6 €, ermäßigt 1 €
Leitung
Adina Krauß und Yasmin Ahmed
Gefördert von
Integrationskonzept der Stadt Kaiserslautern

Worum es geht

HeimatsSpuren ist ein biografisches Theaterprojekt. Die Spieler*innen erzählen von Herkunft, Verlust, Ankommen und der Suche nach Zugehörigkeit. Im Mittelpunkt stehen die Menschen selbst, ihre Erinnerungen und ihre ganz eigenen Lebenswege. Das Publikum ist eingeladen, zuzuhören und die eigene Vorstellung von Heimat neben ganz andere Perspektiven zu stellen.

Wer auf der Bühne steht

Funda, Liudmyla, Mai, Maria und Sami bringen ihre persönlichen Geschichten auf die Bühne. Dazu kommt ein Interview mit einer anonymen Palästinenserin.

Tickets

Im Jugendzentrum ist der Eintritt frei. Karten für die Spätschicht im Pfalztheater gibt es im Vorverkauf beim Pfalztheater und an der Abendkasse.

Gruppenfoto: sechs Menschen stehen lächelnd Arm in Arm auf einem Platz in der Stadt

Ein Brief an die Heimat

Meine Heimat. Ich habe eine tiefe Wärme und Vertrautheit zu spüren. Es ist der Geruch von gebackenem Brot und Olivenöl, das Lachen der Nachbarn. Es ist einfach ohne Masken, wo man einfach sein darf. Wenn ich die Augen schließe, spüre ich die Nähe des Atlasgebirges und schmecke den süßen Minzetee. Meine Heimat bleibt immer die Heimat meines Herzens, egal wohin meine Wege mich noch führen.

What I like about my hometown is the connection between families, like if they are one family. The nature makes it very good to clean your mind. We go with friends and we spend the whole day there, enjoying food and laughing. I like old stories from grandma about old families and strange things they’ve encountered. The morning breeze that comes with the smell of olive oil and olive trees freshens me. The old school I went to the first time. The break of traditional.

Sami aus Marokko

Meine Liebste!

Ich möchte dich bitten: Vergiss mich nicht, aber lebe weiter. Ich wünsche dir von Herzen, dass alles gut für dich wird.

Danke, dass du am Projekt HeimatsSpuren teilnimmst und auf der Bühne zeigst, wie sehr du das Vertraute, dein Eigenes vermisst. Ich hoffe, dass dieses Spiel auf der Bühne und all die Gefühle, die dabei entstehen, dir nicht schaden und dich nicht auf den Grund der Negativität ziehen, sondern im Gegenteil – dir selbst und dem Publikum zeigen, dass „das Leben geht weiter“.

Lebe! Lebe hier und jetzt, mein Kind! Liebe dein Land, deine Familie, deine Freunde, deine Liebsten. Erinnere dich, trage sie in deinen Gedanken und in deinem Herzen. Aber lebe. Lebe nicht nur in Gedanken, lebe in der Wirklichkeit, an deinem sicheren Ort, liebe und achte die Menschen, die bei dir sind, und baue deine Zukunft von genau dem Punkt aus, an dem du jetzt stehst.

Deine Richtung ist Harmonie und Glück.

Heimat und Wurzeln – das ist keine Schwäche, das ist Stärke und Halt. Meine Liebe, die dich trägt.

Liudmyla aus der Ukraine

Liebes Heimatland,

auch ich musste dich, meine Heimat, verlassen und mir wichtige Menschen zurücklassen: meine Mutter, meine Geschwister, meine Freunde und vieles mehr noch.

Nach fast 30 Jahren bin ich zurück, nicht um zu bleiben, sondern nur zum Besuch. Der Geruch und Duft von den Straßen und dem Markt lassen vergangene und lebendige Bilder in mir aufsteigen. Das Gefühl von Heimweh ist wieder da und doch kann ich nicht bleiben. Mein Leben mit meiner Familie ist in Deutschland. Auch wenn der Winter die Schmerzen in meinen Gelenken spürbar macht, so ist der Sommer hier genauso für mich unerträglich geworden.

Was bleibt, ist ein vergangenes Gefühl von Heimat, das dort war, und ein heutiges Gefühl von Zufriedenheit, in Frieden leben zu dürfen.

„Het bun, lai bun“ ເຮັດບຸນຫຼາຍບຸນ
„Tue Gutes und empfange Gutes“
Lebens- und Glaubensprinzip im laotischen Theravada-Buddhismus

Stell dir vor, dir würde eine Schachtel überreicht werden. Eine Schachtel mit all dem, was du je verloren hattest. Wonach würdest du als Erstes suchen?

Jeder Verlust war mit Schmerzen verbunden. Dabei habe ich aus dem Verlust gelernt und eine Erfahrung gemacht, die mich reifer werden ließ.

Ich hatte einen Menschen nicht gut behandelt und bereute es zutiefst. Jahre später trafen wir uns zufällig und ich konnte es aussprechen. Das Schöne war, sie hatte es gar nicht so empfunden und war berührt davon.

Daher gibt es nichts Verlorenes, was ich suchen würde: Ich bin mit mir jetzt in Frieden und im Reinen.

Mai aus Laos

Geschrieben von Mai für ihre Mutter.

Wer bin ich?

Hier in Deutschland bin ich zu türkisch, dort bin ich zu deutsch. Zwei Teile und in mir zerrissen. Dann höre ich leise und es wird immer lauter: Sende bidensin…

Ich trage beides in mir, ich bin die Brücke zwischen zwei Welten und gehöre sowohl in die eine als auch in die andere. Ich bin Funda. Türkisch-deutsch, und das ist gut so.

43 Jahre lebe ich nun hier in Deutschland als Deutsch-Türkin mein Leben. Und immer noch kommt die Frage: „Woher kommst du?“ Und wenn ich dann sage, aus Kaiserslautern: „Nein, woher kommst du wirklich?“

Ah, lasst mich in Frieden. Und dann fliege ich zu dir, Türkiye. Ich steige aus dem Flieger und atme die Luft ein und denke: Endlich zu Hause. Aber was sagt mir der Taxifahrer, oder die Leute auf dem Markt, mit denen ich verhandle, oder die Verwandtschaft? „Almanci“. Weil ich hier auch wie nicht 100 % bin.

Funda aus Deutschland und der Türkei

Interview mit einer anonymen Palästinenserin

Heimat

Was bedeutet Heimat für dich?

Heimat ist für mich ein Gefühl von tiefer Zugehörigkeit, das gleichzeitig mit viel Schmerz verbunden ist. Wenn ich an Palästina denke, denke ich an den Geruch von Jasmin und frischen Oliven, das gemeinsame Essen mit der Großfamilie und die Wärme der Gemeinschaft. Gleichzeitig bedeutet Heimat für mich aber auch eine ständige Sehnsucht nach einem Ort, der politisch nie ganz sicher oder frei war.

An welchen Ort oder an welche Person aus der Heimat denkst du?

Ich denke vor allem an meine Großmutter (Sita) und den Innenhof ihres Hauses in Nablus. Sie saß dort oft im Schatten eines Zitronenbaums und hat uns Geschichten erzählt. Wenn der Druck von außen zu groß wurde, war dieser Ort eine Oase des Friedens. Ich denke auch oft an die engen, lebendigen Gassen der Altstadt und das gemeinsame Lachen mit Freunden, die heute über die ganze Welt verstreut sind. Manche sind auch getötet worden.

Vor der Flucht

Wie war das Leben vor der Flucht?

Es war ein Leben voller Kontraste zwischen familiärer Wärme und ständiger Ungewissheit. Der Alltag war geprägt von starkem Zusammenhalt, Kultur und Lebensfreude, aber eben auch von den Einschränkungen der Besatzung, Checkpoints und der Perspektivlosigkeit für junge Menschen. Man hat gelernt, im Moment zu leben, weil man nie wusste, was der nächste Tag bringt.

Gründe für die Flucht

Was war dein Beweggrund, deine Heimat zu verlassen?

Es war die absolute Perspektivlosigkeit und der Wunsch nach einem Leben in Sicherheit und Würde. Ich wollte nicht mehr nur im Überlebensmodus stecken oder zusehen müssen, wie Mauern und politische Konflikte jeden Lebensentwurf blockieren. Ich sehnte mich nach einem Ort, an dem ich durch Bildung und Arbeit eine stabile Existenz aufbauen kann, ohne Angst vor dem nächsten Tag zu haben. Die Entscheidung zu gehen fiel nicht leicht, aber der Wunsch nach einer sicheren Zukunft und Freiheit war irgendwann größer als die Angst vor dem Aufbruch.

Wie hast du dich gefühlt, als du diese Entscheidung getroffen hast?

Ich fühlte mich vollkommen zerrissen. Die Entscheidung zur Flucht fühlt sich an, als würde man einen Teil seiner eigenen Identität amputieren. Ich war gelähmt von der Angst vor dem Unbekannten und geplagt von Schuldgefühlen, weil ich meine Familie zurückließ. Doch gleichzeitig gab es diesen winzigen, überlebenswichtigen Funken Hoffnung auf Frieden.

Was musstest du zurücklassen?

Ich musste mein gesamtes bisheriges Leben, meine Diplome und vor allem die tägliche Nähe zu meiner Familie zurücklassen. Am schwersten wog der Verzicht auf die Gewissheit, meine Eltern regelmäßig sehen zu können. Sie sind zwischenzeitlich gestorben. Man lässt nicht nur Besitztümer zurück, sondern auch ein Stück der eigenen Identität, das man in der neuen Sprache und Kultur erst wieder mühsam aufbauen muss.

Die Flucht

Was hast du mitgenommen? (Auch im Kopf)

In meiner kleinen Tasche hatte ich nur ein Stück traditionelle Olivenölseife aus Nablus und ein Foto meiner Familie. Im Kopf trug ich das Echo von Mamas Abschiedsgebeten, den Geruch von Sitas frisch gebackenem Brot und die ständige, lähmende Angst, es nicht lebend zu schaffen.

Was musstest du zurücklassen?

Mein gesamtes bisheriges Leben, meine Heimat und meine Familie. Damals dachte ich, es sei nur ein Abschied auf Zeit. Dass meine Eltern Jahre später sterben würden, ohne dass ich sie noch einmal umarmen oder mich verabschieden konnte, macht dieses Zurücklassen heute zu meinem größten lebenslangen Schmerz.

Welches Gefühl hat dich am meisten begleitet?

Eine tiefe Taubheit. Die Angst war am Anfang riesig, aber irgendwann schaltet der Körper auf Überlebensmodus. Man fühlt fast nichts mehr, um nicht an der Panik zu zerbrechen. Nur ein winziger Funke Hoffnung trieb mich an.

Welche Bilder, Stationen und besonderen Begegnungen kommen dir in den Sinn?

Ich erinnere mich an das endlose Grau der Grenzübergänge, das grelle Licht in den Registrierungslagern und die bittere Kälte. Unvergesslich bleibt mir eine syrische Mutter, die auf halber Strecke ihr letztes Stück Fladenbrot mit mir teilte. In diesem Moment gab es keine Herkunft, nur geteiltes Leid.

Wie ist bei der Flucht das Vergehen der Zeit?

Die Zeit verlor jede normale Struktur. Das Warten an den Grenzen ließ Tage wie endlose Wochen erscheinen, in denen die Welt stillstand. In Momenten der Flucht und Gefahr raste die Zeit dagegen so schnell, dass Stunden wie Sekunden verflogen.

Das Ankommen

Wie war das Ankommen und besonders auch die Bürokratie hier für dich?

Sehr schwer und kompliziert. Die Bürokratie in Deutschland ist wie ein riesiger Berg aus Papier. Man versteht die Briefe nicht richtig, hat immer Angst, etwas falsch zu machen oder ein wichtiges Dokument zu vergessen.

Wie hast du dich gefühlt, als du hier angekommen bist?

Zuerst erleichtert, weil die Bomben und die direkte Gefahr weg waren. Aber schnell auch sehr einsam und überfordert mit der neuen Kultur und der fremden Sprache.

Wie war der allererste Eindruck an dem Ort, wo du angekommen bist?

Alles war sehr sauber, organisiert und ruhig. Aber diese Ruhe war für mich anfangs auch fremd und fast ein bisschen unheimlich nach all dem Lärm.

Was war die größte Hürde oder das seltsamste Missverständnis in der ersten Zeit?

Die größte Hürde war die Sprache. Wenn man die Sprache nicht gut spricht, fühlt man sich wie ein Kind, das nichts alleine kann. Ein großes Missverständnis war oft, dass Menschen dachten, wenn man nicht gut Deutsch spricht, versteht man auch das Leben nicht.

Wann oder wodurch hast du das erste Mal wieder ein Gefühl von Sicherheit oder Erleichterung gespürt?

Als wir unsere erste eigene Wohnung bekommen haben. Die Tür hinter sich abschließen zu können und zu wissen: „Heute müssen wir nicht weiterreisen, wir dürfen hier bleiben.“

Heute

Welche Träume oder Erinnerungen an die Vergangenheit begleiten dich in deinem jetzigen Alltag?

Ich träume oft von Nablus, von den Gerüchen auf dem Markt und von meiner Familie dort. Aber leider kommen in meinen Träumen auch oft die Angst und die Depression hoch, die mich hier im Alltag blockieren.

Gibt es Probleme mit deiner Staatenlosigkeit?

Als Palästinenserin hat man oft keinen richtigen Pass, der überall akzeptiert wird. Man fühlt sich manchmal, als würde man nirgendwo wirklich hingehören oder als existiere man auf dem Papier nicht richtig. Das macht alles noch komplizierter.

Was bedeutet dir Heimat heute?

Heimat ist für mich ein Ort im Herzen. Es ist Nablus, wie es früher war. Aber Heimat ist jetzt auch dort, wo meine Kinder eine Zukunft haben, auch wenn ich selbst mich hier noch oft fremd fühle. Nach 10 Jahren in Deutschland ist Deutschland mein sicheres Zuhause geworden, aber mein Herz hat zwei Heimaten.

Wie fühlst du dich heute?

Ich bin oft sehr müde. Die Depression macht das Leben schwer. Ich trage viel Verantwortung: Ich kümmere mich um meine zwei Schwestern mit Behinderung, ich sorge für meine Familie. Ich denke heute mit einer tiefen, bittersüßen Trauer an meine Eltern. Sie sind in der Zwischenzeit in Nablus verstorben, und das Schlimmste für mich war, dass ich mich wegen der Entfernung und der Bürokratie nicht richtig von ihnen verabschieden konnte. Ich habe als Integrationshelferin gearbeitet und wollte so gerne weiterarbeiten, aber ich finde einfach keinen Job, weil mein Deutsch nicht perfekt ist. Das macht mich traurig, weil ich eigentlich viel geben möchte.

Was möchtest du, dass die Leute verstehen?

Ich möchte, dass die Menschen sehen, dass hinter jedem Flüchtling eine ganze Geschichte steckt. Wir sind nicht nur eine Statistik. Ich bin eine Mutter, eine Ehefrau, eine Schwester, die viel Schweres trägt. Auch wenn mein Deutsch Fehler hat, habe ich ein großes Herz und viel Erfahrung, die ich gerne einbringen würde, wenn man mir eine Chance gibt.

Der Flyer
Flyer „HeimatsSpuren – Heimat. Zugehörigkeit. Erinnerung.“ mit den Terminen am 9. und 23. Oktober 2026 in Kaiserslautern
Flyer als PDF herunterladen PDF · 0,6 MB

Ein herzlicher Dank für dieses Projekt geht an alle Spieler*innen, das JUZ Kaiserslautern, das Pfalztheater, die Palästinenserin, Marcel und an die Stadt Kaiserslautern für die Förderung, ohne die wir dieses Projekt nicht hätten realisieren können. Veranstaltet von DunkelBunt, Theaterpädagogik und politische Bildung, die bewegt.

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Die Gruppe steht lachend im Kreis im Freien

Eine Woche Theater und Ritual in Spanien

Diesen Sommer war ich in Spanien und Katalonien unterwegs, habe alte Freund*innen wiedergesehen und wunderbare neue Menschen kennengelernt. Eine Woche davon habe ich in einem intensiven Theaterworkshop auf dem Land bei Saragossa verbracht.

Workshop
„Ecologías del Conflicto Interior“
Ort und Zeit
Casa Algaia, rund 50 km von Saragossa
1. bis 7. September 2026
Leitung
Héctor Aristizábal und Caren Niemann
Methoden
Polizist im Kopf, Regenbogen der Wünsche, Theaterrituale, The Work That Reconnects

Was wir gemacht haben

Wir haben mit Methoden von Augusto Boal gearbeitet, vor allem mit dem „Polizisten im Kopf“ und dem „Regenbogen der Wünsche“. Beide machen innere Stimmen und Blockaden auf der Bühne sichtbar. Dazu kamen Theaterrituale und Übungen aus „The Work That Reconnects“ nach Joanna Macy.

Der Workshop hat gefragt, wie innere Konflikte, kollektive Traumata und unser Verhältnis zur Natur zusammenhängen, gerade in einer Zeit voller Krisen.

Wer geleitet hat

Héctor Aristizábal ist Theatermacher und Psychologe aus Medellín in Kolumbien. Im Jahr 2000 hat er das Netzwerk ImaginAction gegründet und seitdem in rund 50 Ländern mit Theater, Ritual und Körperarbeit gearbeitet, oft mit Menschen, die Gewalt und Krieg erlebt haben. In Kolumbien hat er Re-Conectando mitgegründet. Das Projekt begleitet Gemeinschaften, die vom bewaffneten Konflikt betroffen sind.

Caren Niemann ist Psychologin, Facilitatorin und Selbstverteidigungstrainerin. Das Theater der Unterdrückten hat sie in Deutschland, an der Schule La Dinamo in Madrid und bei Héctor Aristizábal in Kolumbien gelernt.

Was ich mitnehme

Neue Methoden und viel Inspiration für meine Arbeit. Es war eine intensive und emotionale Woche, in der es um kollektives Heilen ging, darum, Räume zu halten und für eine bessere Welt einzustehen. Danke an diese Gemeinschaft aus Facilitator*innen, Aktivist*innen und Menschen aus der therapeutischen Arbeit.

Gruppenfoto der Teilnehmenden unter einem Baum Mehrere Menschen in einer engen Umarmung, von oben fotografiert Gruppenumarmung im Garten unter Abendhimmel Sonnenuntergang über dem Gelände, Menschen sitzen zusammen Das Seminarhaus im Abendlicht
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Gruppenfoto: die Teilnehmenden des Trainings auf und um ein Sofa

Sieben Tage Theatre for Living mit David Diamond

Eine Woche lang bin ich in die Welt von Theatre for Living eingetaucht, im Training mit David Diamond. Die Woche war herausfordernd, berührend und unglaublich kraftvoll.

Format
7-tägiges Training
Leitung
David Diamond
Methode
Theatre for Living (deutsch: Theater zum Leben)
Für meine Arbeit
Ab sofort Teil der Angebote von DunkelBunt

Was Theatre for Living ist

Theatre for Living bedeutet, Räume zu öffnen: für Dialog, für Perspektivwechsel und für echte Veränderung. Es geht darum, festgefahrene Dynamiken sichtbar zu machen und gemeinsam neue Handlungsmöglichkeiten zu entdecken. Lebendig, ehrlich und mitten aus dem Leben.

Die Methode verbindet Augusto Boals Theater der Unterdrückten mit Systemtheorie. Sie sieht eine Gemeinschaft als lebendiges Ganzes. Deshalb fragt sie nicht nur, wer unterdrückt und wer unterdrückt wird, sondern schaut auf das ganze Geflecht, in dem ein Konflikt entsteht.

Wer David Diamond ist

David Diamond hat 1981 in Vancouver das Headlines Theatre mitgegründet, das später in Theatre for Living umbenannt wurde. Von 1984 bis 2018 war er dort künstlerischer Leiter. Sein Buch „Theatre for Living: the art and science of community-based dialogue“ ist auf Deutsch unter dem Titel „Theater zum Leben“ erschienen. Er gibt international Trainings und lehrt als Gastdozent im Masterprogramm für Friedensstudien an der Universität Innsbruck.

Was ich mitnehme

Die Methoden und Ansätze aus Theatre for Living sind ab sofort Teil meiner Arbeit bei DunkelBunt. Wenn ihr Lust habt, Themen nicht nur zu besprechen, sondern wirklich zu erleben und zu verändern, begleite ich euch dabei.

Gruppenfoto: die Teilnehmenden des Trainings auf und um ein Sofa
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Die Spieler*innen stehen in einer Reihe auf der Bühne

Empowerment durch das Theater der Unterdrückten

Von September bis Dezember 2025 haben zwölf Menschen aus Kaiserslautern gemeinsam Theater gemacht. Die meisten standen zum ersten Mal auf einer Bühne. Entstanden ist eine Szenencollage über Mut, Widerstand und Hoffnung, gezeigt im Pfalztheater und im JUZ.

Zeitraum
August bis Dezember 2025
Ensemble
12 Spieler*innen, 15 Proben mit rund 45 Stunden
Aufführungen
12.12.2025 Pfalztheater („Spätschicht“)
19.12.2025 JUZ Kaiserslautern
Methode
Theater der Unterdrückten nach Augusto Boal

Worum es ging

Das Projekt hat Erfahrungen mit Rassismus, Klassismus, Diskriminierung und sexualisierter Gewalt auf die Bühne gebracht. Nicht als Einzelschicksale, sondern so, dass sichtbar wird, wie sehr sich diese Erfahrungen in ganz unterschiedlichen Biografien ähneln. Die Themen kamen aus der Gruppe selbst, und jede Szene wurde von den Spieler*innen selbst geschrieben.

Die Gruppe

Zum Schnuppertermin kamen sechs Leute, eine Woche später waren es schon zwölf. Dabei waren Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte, unter anderem mit Bezügen zu Sri Lanka, der Ukraine, Syrien, der Türkei und Griechenland, und Menschen, die eigene Erfahrungen mit Armut, Behörden oder Gewalt mitbrachten. Für die meisten war es die erste Theatererfahrung überhaupt.

Gesprochen wurde Deutsch und Englisch, oft langsam und oft mit Händen und Füßen. Gerade deshalb haben Boals körperbasierte Methoden so gut funktioniert: Sie brauchen keine perfekte Sprache.

Wie wir gearbeitet haben

Geprobt haben wir freitags im Dancehub Kaiserslautern, dazu kamen mehrere Intensivwochenenden. Angefangen haben wir mit Bilder- und Statuentheater. Mit Zeitungstheater und der Rashomon-Technik haben wir Perspektiven gewechselt, mit dem „Regenbogen der Wünsche“ und dem „Polizisten im Kopf“ an inneren Stimmen gearbeitet.

Die Szenen

  • Die unsichtbaren Narben
  • Was hattest du an?
  • Bühne der Verlierer
  • Offline
  • Die unsichtbare Grenze
  • Sozial? Hilfe!
  • Innere Zerrissenheit
  • Unschuldig beschuldigt
  • Nein. Du kannst mir nicht weh tun!

Die Aufführungen

Premiere war am 12. Dezember 2025 in der „Spätschicht“ des Pfalztheaters Kaiserslautern, vor rund 50 Zuschauer*innen und fast ausverkauft. Eine Woche später hat die Gruppe im JUZ Kaiserslautern vor 25 bis 30 Gästen gespielt. Das Nachgespräch dort war für viele genauso wichtig wie das Stück selbst: Spieler*innen und Publikum haben offen darüber gesprochen, was das Projekt mit ihnen gemacht hat.

Ich bin mit dem Anspruch gestartet, ein Stück zu ermöglichen, und habe gelernt, dass meine eigentliche Aufgabe darin bestand, einen Raum zu halten, in dem Menschen sich selbst ermächtigen konnten.Adina Krauß, Spielleitung
Tänzerin in traditionellem Kostüm auf der Bühne Restaurant-Szene aus „Die unsichtbare Grenze“ Szene mit einem großen weißen Tuch in violettem Licht Szene unter einer Traumwolke auf der Bühne Spieler in gestreiftem Kostüm tanzt über die Bühne Die Gruppe in einem gemeinsamen Standbild Spieler*innen recken die Fäuste in die Luft Verbeugung der ganzen Gruppe nach der Aufführung
Der Flyer zum Projekt
Flyer-Vorderseite: Szenencollage nach Augusto Boal, Empowerment durch das Theater der Unterdrückten, mit Terminen im Pfalztheater und im JUZ
Vorderseite
Flyer-Rückseite mit Projektbeschreibung, Mitwirkenden und Kontakt
Rückseite
Presse & Links

Danke an alle Spieler*innen, an das Pfalztheater Kaiserslautern, das JUZ, den Dancehub und den Vielfalter e. V. Gefördert von der Stadt Kaiserslautern (Integrationsbüro) im Rahmen des Integrationskonzepts.

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Das Prinzip

Dunkel.

Politische Konflikte, soziale Ungerechtigkeit, Diskriminierung — die ernsten, oft schweren Themen, die uns als Gesellschaft herausfordern.

Bunt.

Vielfalt, Kreativität und Lebendigkeit — die Chancen, die entstehen, wenn wir diese Themen gemeinsam anpacken und ins Gespräch kommen.

01

Workshops

Kurz & intensiv

Ein Thema an einem Termin erleben, diskutieren und reflektieren — kompakt und praxisnah.

Themenschwerpunkte
  • iRassismus — erkennen, hinterfragen und Perspektiven wechseln
  • iiSexismus — gesellschaftliche Machtstrukturen erfahrbar machen
  • iiiAntisemitismus — reflektieren und thematisieren
  • ivIsrael-Palästina — Konflikte und Narrative in einem sicheren Raum bearbeiten
02

Seminare

Vertiefend

Raum für Reflexion, Austausch und kreatives Arbeiten — über einen oder mehrere Tage.

Themenschwerpunkte
  • iPolitische Bildung — Demokratie, Mitbestimmung, gesellschaftliche Verantwortung
  • iiMachtstrukturen & Diskriminierung — Rassismus, Sexismus, Antisemitismus
  • iiiIsrael-Palästina — Konflikte verstehen, unterschiedliche Perspektiven einnehmen
  • ivKreative Ausdrucksformen — Theater als Werkzeug, um schwierige Themen erfahrbar zu machen
03

Projekte

Langfristig

Nachhaltige Bildungsformate mit Theater — von der ersten Idee bis zur Aufführung.

Beispiele
  • iTheaterprojekte — zu Rassismus, Sexismus und Antisemitismus
  • iiIsrael-Palästina — Konflikt- und Perspektivenarbeit über längere Zeiträume
  • iiiDemokratie stärken — partizipative, kreative Projekte für gesellschaftliche Mitgestaltung
  • ivOffener Themenrahmen — kreative Theaterprojekte, die die Gruppe selbst gestaltet
04

Referenzen

Realisierte Projekte

Ein Einblick in bisherige Projekte, Kooperationen und Aufführungen.

Stimmen
Adina, ich fand deinen Workshop sehr schön und habe viel dazugelernt. Ich danke Ihnen, dass Sie Ihr Wissen teilen und verbreiten. Deine tolle Art hat dem Workshop Spannung und Freude gebracht.
Schülerin einer BBS · Workshop „Rassismus entschieden entgegentreten“
Ich fand es schön, dass wir Pause machen durften, wenn es unruhig wurde, dass wir verschiedene Spiele gespielt, Filme geschaut und ein Theaterstück gespielt haben. Ich fand es toll, dass Sie so etwas machen. Sie sind eine sehr nette Person.
Schülerin eines Gymnasiums · Workshop „Rassismus entschieden entgegentreten“
Es war toll, dass es individuell war. Unterhaltsamer als gedacht. Offene und ehrliche Kommunikation.
Schüler einer 9. Klasse, Gesamtschule · Workshop Antisemitismus
Wir durften unsere Gedanken frei äußern und Diskussionen führen. Das Gefühl, gehört zu werden. Es wurde auf verschiedene Themen eingegangen.
Schülerin einer 10. Klasse, Gymnasium · Workshop Antisemitismus
Auftraggeber*innen und Kooperationen
  • Logo Stadt Kaiserslautern Stadt Kaiserslautern
  • Logo Internationaler Bund Südwest (IB) Internationaler Bund Südwest (IB)
  • Logo Jugendhaus Pirmasens (IB) Jugendhaus Pirmasens (IB)
  • Logo Hohenstaufen-Gymnasium Kaiserslautern Hohenstaufen-Gymnasium Kaiserslautern
  • Logo Pfalztheater Kaiserslautern Pfalztheater Kaiserslautern
  • Logo House of Resources Kaiserslautern House of Resources Kaiserslautern
  • Logo Vielfalter e. V. Vielfalter e. V.
Haltung & Methodik

Bildung, die nicht ausweicht —
sondern bewegt.

i. Methode

Theater als Werkzeug

Die Methoden des Theaters der Unterdrückten machen Machtstrukturen und Ungleichheiten erfahrbar — körperlich, kollektiv, konkret.

ii. Raum

Vielfalt & Sicherheit

Jede Stimme zählt. Schwierige Themen werden sensibel bearbeitet — in Räumen, die offen sind, ohne überfordernd zu werden.

iii. Blick

Das Ganze sehen

Verschiedene Lebensrealitäten berücksichtigen, Perspektiven erweitern, gemeinsam Brücken bauen — intersektional gedacht.

Über mich

Hinter DunkelBunt: Adina Krauß.

Politisch aktiv und kreativ war ich schon immer. Beides zusammen hat mich in die Theaterpädagogik und in die politische und kulturelle Bildungsarbeit geführt. Geblieben bin ich, weil ich immer wieder erlebe, wie viel sich bewegt, wenn Menschen ein Thema selbst ausprobieren dürfen, statt nur darüber zu reden. Meine Workshops, Seminare und Projekte biete ich auch auf Englisch oder Spanisch an.

Wenn ich nicht gerade Workshops leite, bin ich am liebsten draußen, mit meinem Hund in der Natur oder beim Wandern in den Bergen. Ich lerne mit Begeisterung neue Sprachen, tanze, mache Yoga und spiele Roller Derby. Bewegung eben, auch abseits der Bühne.

  • Soziale Arbeit (B.A.)
  • Psychosoziale Beratung
  • Migration & Diversität (M.A.)
  • Freie Dozentin für Soziale Arbeit · IU Internationale Hochschule
  • Spielleiterin und Theaterpädagogin i. A. · Theaterwerkstatt Heidelberg
  • Theater der Unterdrückten nach Augusto Boal
  • Theater fürs Leben nach David Diamond
  • Ritualtheater nach Héctor Aristizábal
  • „The Work That Reconnects“ nach Joanna Macy
Porträt von Adina Krauß
Adina Krauß
Adina mit blauem Tuch in einer Altstadtgasse
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Lass uns reden

Bereit, etwas in Bewegung zu bringen?

Erzähl mir von deinem Vorhaben — ob Workshop für die nächste Projektwoche, mehrtägiges Seminar oder ein langfristiges Theaterprojekt. Gemeinsam finden wir das passende Format.

Oder direkt per Mail: info@dunkelbunt-bildung.de

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